Bildungsnews der GEW

Ungesühnte Tragödie

Die ersten Bilder des Films sind nahezu unerträglich: Während eines Recherche-Drehs im Jahr 2014 wurde der Schweizer Regisseur und Theatermacher Milo Rau Zeuge des Massakers von Mutarule, bei dem etwa 30 Frauen und Kinder ermordet wurden. Rund 1.000 solcher Bluttaten sollen sich in der Demokratischen Republik Kongo, einem der rohstoffreichsten Länder der Erde, schon ereignet haben. Bereits der Einstieg in den Film „Das Kongo Tribunal“ – der ab 11.

Sichtbar werden

  • E&W: Wie kam es zur Gründung der AG lesbische Lehrerinnen?

Doris Lüggert: Als ich meine erste Stelle in der niedersächsischen Provinz antrat, fühlte ich mich sehr isoliert. Ich hatte mich nur vor wenigen Kolleginnen geoutet, deshalb besuchte ich ein ÖTV-Seminar über das Sichtbarwerden in der Arbeitswelt. Das war aber zu allgemein und passte nicht auf meine Situation. Bei einem Seminar über Lesben in sozialen Berufen lernte ich eine Lehrerin aus Berlin kennen und wir gründeten die AG lesbische Lehrerinnen in der GEW.

Laut wie ein Lkw

Oben in der Bewegungsecke ist pogo. Kinder kreischen, Eltern verabschieden sich, weinend rennt ein Knirps durch den Gang, krach, eine Legokiste stürzt um. Kathrin Koppatz klatscht in die Hände. „Auf geht´s Kinder, in die Gruppenräume.“ Ab zum Morgenkreis. Türen schlagen, Stühle quietschen, Tische ruckeln. Dann wird es ruhiger. In Raum 117 schnappt Koppatz ihre Gitarre und spricht in die zum Mikrofon geballte Faust: „Meine Damen und Herren, Sie hören den Kinderchor Freienwalder Straße.“ Der Morgenkreis stimmt das Lied von Bocky Bockwurst an.

Streit um Virtual Reality im Unterricht

„Die Milchstraße!“, ruft Max. „Cool“, tönt es aus der Runde. Gut 20 Schülerinnen und Schüler blicken durch Brillen für virtuelle Realität (VR) – und sehen das Weltall, dunkelblau, mit unzähligen Lichtpunkten. Wer den Kopf nach links bewegt, der entdeckt den Mond. Den Kopf nach rechts drehen – und die Erdkugel taucht auf, riesengroß, in 3-D. „Welchen Kontinent sehen wir gerade?“, fragt Geografielehrer Michael Kunig, 30 Jahre. „Afrika“, antwortet Klara. Wie die sandgelbe Wüste heißt, weiß ein Mitschüler: „Sahara.“

Aufholbedarf beim Schutzkonzept

Der Alptraum endete, als das Kind sich einer Mitschülerin anvertraute: Der Stiefvater habe es sexuell missbraucht. Die Mitschülerin wandte sich an ihre Lehrerin, die sofort den Leiter einer Kieler Grundschule einschaltete. Es folgten ein Gespräch mit der Mutter und eine Anzeige bei der Polizei. Durch das „gute Vertrauensverhältnis“ und „Interventionsketten, die bereits bei Verdachtsfällen ausgelöst werden“, habe das Leiden des Kindes ein Ende gefunden, sagt der Schulleiter. Doch das ist keine Selbstverständlichkeit.

Onlineberatungsangebot für LSBTI-Flüchtlinge

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat sein Onlineberatungsangebot ausgeweitet und die Plattform „Queer Refugees Deutschland“ gestartet. Das Projekt berät, vernetzt und schult LSBTI-Flüchtlinge und  Organisationen der Flüchtlingshilfe in ganz Deutschland. Diese finden auf der Webseite etwa Informationen zum Asylverfahren sowie Anlauf- und Beratungsstellen für queere Flüchtlinge in Deutschland.

Nach den Daten her mit den Taten!

Daten aus den Pisa-Studien und den Nationalen Bildungsberichten sowie aus Befunden der Antidiskriminierungsstelle zeigen: Das deutsche Schulsystem leistet für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und/oder aus armen Verhältnissen immer noch zu wenig: Sie beenden häufiger die Schule ohne Abschluss, finden schwerer einen Ausbildungsplatz, nehmen seltener ein Studium auf. Vor allem haben sie das Gefühl nicht dazuzugehören. Das Fatale: Die Gesellschaft bestätigt das.

Auch Deutschland schwächelt bei Pisa

Es gibt Zeugnisse, die auf den ersten Blick gut oder zumindest ordentlich aussehen. Gelegentlich werden aber größere Probleme sichtbar, wenn man noch mal genauer hinschaut: Deutschland habe das Jammertal verlassen, befand Andreas Schleicher, Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), bei der Vorstellung der Pisa-Studie vor etwas mehr als einem Jahr.