Bildungsnews der GEW

Ganztag: Komplizierte Zusammenarbeit?

Eine gute Ganztagsschule braucht nach Ansicht von Expertinnen einen ausgewogenen, konzeptionellen Stundenplan. Wichtig sei, „dass sich die Art des Lernens im Laufe des Tages immer wieder ändert“, sagt Gertraud Hollegha, Schulsozialarbeiterin an der IGS Roderbruch in Hannover, im „E&W“-Interview. Matheunterricht stelle andere Anforderungen als eine AG. Im Unterricht müssten sich Schülerinnen und Schüler stärker auf Zielvorgaben fokussieren, in der AG können sie freier arbeiten.

Ganztags Stress

Nachmittagsbetreuung hat in Thüringen seit DDR-Zeiten Tradition. Heute bieten 90 Prozent der Grund- und rund 50 Gemeinschaftsschulen ein Ganztagsprogramm an, allerdings nach dem altvertrauten Muster einer auch zeitlich strikten Trennung der Aufgabenbereiche von Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern. Unterricht ist vormittags, nachmittags Betreuung. Damit bleiben Lehrkräfte bislang von ganztägiger Präsenzpflicht verschont. Erzieherinnen und Erzieher jedoch sind auf Teilzeit festgenagelt.

„Inklusion ist auch eine Frage der Haltung“

Björn Lengwenus ist Leiter der Hamburger Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg. Die Schule, die von der Vorklasse bis zum Abitur führt, liegt in dem sozialen Brennpunkt Dulsberg. Die „E&W“ sprach mit ihm über die Struktur des Ganztags, die Verwaltung des Schuletats, multiprofessionelle Teams, Konflikte, bildungsferne Elternhäuser und Inklusion. 

Grenzen des Ganztags

Im Schnitt verbringen die 1.850 Schülerinnen und Schüler der Leonore-Goldschmidt-Schule in Hannover vier Nachmittage pro Woche in der Integrierten Gesamtschule (IGS). Das Angebot ist breit: 28 Arbeitsgemeinschaften stehen zur Auswahl – ob „Impro Dance“ oder „Comiczeichnen“, „Funfußball“ oder „Fairplay“, „Fahrrad-Werkstatt“ oder „Bogenschießen“. Als die Schule 1974 gegründet wurde und auch der Ganztag im Konzept stand, „da war das etwas sensationell Neues“, sagt Michael Fricke, Leiter des Fachbereichs Ganztag und Sport.

Riesige Unterschiede an den Ganztagsschulen

Ein Bundesländervergleich der gebundenen Ganztagsschulen zeigt: Bei der zusätzlichen Zeit, die Schülerinnen und Schüler in der Schule verbringen, gibt es ebenso wie beim Personal große Unterschiede. So verfügen Grundschulen im Bundesdurchschnitt über eine ganztagsbedingte Mehrzeit von 14 Zeitstunden pro Woche – die Spannweite liegt zwischen 8 und 22 Stunden. In den nichtgymnasialen Schulen der Sekundarstufe I sowie in den Gymnasien verbringen die Kinder und Jugendlichen wöchentlich im Schnitt etwa 8 Stunden zusätzlich in der Schule; hier reicht die Spannweite von 4 bis 16 Stunden.

E&W 1/2018: Ganztag

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, setzt der Berliner Senat auf Quereinstieg, wirbt Lehrkräfte aus dem Ausland an, erhöht die Klassenfrequenzen. Doch immer noch bilde das Land zu wenige Pädagoginnen und Pädagogen aus, kritisiert die Landes-GEW. Für Baumaßnahmen an Schulen müssen unterdessen bundesweit fast 33 Milliarden Euro investiert werden, Kitas und Sportstätten nicht mitgerechnet. Finanzexperte Henrik Scheller erläutert, welche Folgen der Sanierungsstau hat. Seit 2016 hat die GEW unter dem Stichwort A13 für alle derweil Bewegung in die Gleichbehandlung der Lehrämter gebracht.

Frauen bekommen halb so viel Rente wie Männer

Frauen haben nur halb so viel Rentenanspruch wie Männer: Wenn man die Einkünfte aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Altersvorsorge zusammenrechnet, ergibt sich für das Jahr 2015 ein sogenannter Gender Pension Gap von 53 Prozent., wie ein neuer Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Männer verfügen damit im Schnitt über mehr als doppelt so hohe Alterssicherungseinkommen wie Frauen.

Jugend in der digitalen Gesellschaft

Die Verbreitung des Smartphones, die vor etwa zehn Jahren einsetzte, hat die Mediennutzung – vor allem von Jugendlichen – erheblich verändert. Die sogenannten Digital Natives sind mit Internet und sozialen Medien aufgewachsen und nutzen diese selbstverständlich als Kommunikations-, Rezeptions-, Distributions- und Produktionskanäle.