Bildungsnews der GEW

Gewerkschaftliche Bildungsarbeit gegen Rechtspopulismus

Auch bei Gewerkschaftsmitgliedern stoßen fremdenfeindliche Parolen auf Zustimmung. "36 Prozent der jungen Kolleginnen und Kollegen haben bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vergangenes Jahr die Alternative für Deutschland (AfD) gewählt", sagt der Kölner Politikwissenschaftler und Publizist Richard Gebhardt. Auf Unverständnis träfen zudem Toiletten für Transsexuelle oder der Erfolg der Sängerin Conchita Wurst.

Frühe Medienpädagogik gegen Rechts

Auch die NPD setzt auf neue Medien: Auf "Deutsche Stimme TV" lud eine Redakteurin eine "musikalische Satire" mit dem Titel "So was kommt von so was" hoch, in der es zur Sache geht: "Gestern am Bahnhof noch geklatscht, heute vom LKW zermatscht", singt ein Nazi-Aktivist. Der Song wurde wenige Tage nach dem Attentat vom Breitscheidplatz in Berlin hochgeladen und tausendfach angeklickt. Billig produziert, schnell hochgeladen und im Idealfall tausende Mal geklickt  die Agitation im Netz ist einfach und teils ungeheuer effizient.

Schlechte Zeiten für Gewerkschaften in der Türkei

Die GEW pflegt seit Jahren freundschaftliche Kontakte zur "Gewerkschaft der Werktätigen in Bildung und Wissenschaft" (Eğitim Sen) in der Türkei. Deren 10. Gewerkschaftskongress fand vom 26. - 28. Mai 2017 unter der Bürde des Ausnahmezustandes statt, in dem das Parlament entmachtet und das Land durch Notverordnungen regiert wird.

Re-Islamisierung

BAMF-Präsidentin Cordt verteidigt Asylpakete

Die Präsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Jutta Cordt, will mit Blick auf die Asylgesetze der Bundesregierung seit Oktober 2015 "nicht von einer Verschärfung sprechen"."Das Anliegen der zahlreichen gesetzlichen Änderungen war, die Arbeit der unterschiedlichen Akteure zu verbessern und dabei auch dem deutschen Sicherheitsinteresse Rechnung zu tragen", sagte Cordt im Interview mit der "E&W".

Aktiv gegen Abschiebung

An der Frankfurter Philipp-Holzmann-Schule haben Lehrkräfte eine AG gegründet, um in der Schule eine Anlaufstelle für von Abschiebung Bedrohte anzubieten. Sie griffen dabei auf Angebote von Pro Asyl, Flüchtlingsrat und Jugendmigrationsdienst zurück. Für alle stand fest: Es ist wichtig, dass die jungen Menschen schnell einen Anwalt finden. Deshalb wird mitunter gezielt nachgefragt, ob der "Bescheid" schon da sei. Wenn er eintreffe, sollen die Jugendlichen ihre Lehrerin sofort auf dem Handy anrufen.

Weg von der "Schwarzen Null" für bessere Bildung

Um gute Bildung und bessere Arbeitsbedingungen von Pädagoginnen und Pädagogen zu finanzieren, fordert die GEW eine Abkehr von der "Schwarzen Null" und der Schuldenbremse sowie eine Streichung des Kooperationsverbotes von Bund und Ländern.

Zusätzliche Ressourcen für zusätzliche Aufgaben

Wie kann die Ganztagsschule ihren Anspruch erfüllen? Welche pädagogische Ausbildung setzt die inklusive Schule voraus? Was benötigen Lehrerinnen und Lehrer an interkulturellen Kompetenzen, um Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft zu fördern? Etwa 170 Pädagoginnen und Pädagogen – unter ihnen die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe – berieten am 31. Mai im Haus Gallus und der benachbarten Paul-Hindemith-Schule ihre Forderungen an die Landesregierung.