Bildungsnews der GEW

FES veröffentlicht Papier zum digitalen Lernen

Die Digitalisierung hat gesellschaftliche Veränderungen mit sich gebracht, auf die auch Schulen reagieren müssen – bislang sind diese dafür jedoch meist nicht ausgestattet, Lehrkräfte wenig vorbereitet, Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien kaum darauf ausgerichtet.

Der 9. November in der deutschen Geschichte

Der 9. November ist ein Tag mit gleich mehrfach historischer Bedeutung: Am 9. November 1918 wurde in Berlin die Republik ausgerufen, 1938 fand das Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung statt, Synagogen brannten und jüdische Geschäfte wurden geplündert, 1989 fiel die Mauer in Berlin.

Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit

Die Kultusbürokratie unterscheidet weiterhin beharrlich zwischen Grundschul-, Hauptschul-, Realschul- und Gymnasiallehrkräften. Vereinfacht gesagt ist es so: Lehrkräfte in der Primar- oder Sekundarstufe I werden nach A12 eingestuft; sollten sie Angestellte sein, nach E11 des Tarifvertrags der Länder (TV-L). Sekundarstufenlehrer im 1. Beförderungsamt – von diesen Stellen gibt es an größeren Schulen einen bestimmten Prozentsatz – können nach A13 (beziehungsweise angestellte Lehrkräfte nach E13) aufsteigen; Lehrkräfte in der Sekundarstufe II sind in A13 eingeordnet.

GEW legt Maßnahmenpaket gegen Lehrkräftemangel vor

Nun ist der Lehrkräftemangel da. Und er wird sich verschärfen! Schulen in Brennpunkt-Stadtteilen trifft er besonders und führt zur Vernachlässigung bestimmter Gruppen von Schülerinnen und Schülern. Die Situation ist so zugespitzt wie in den letzten 30 Jahren nicht mehr. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat es während ihrer Sitzung am 12./13. Oktober versäumt, ein Lösungspaket zu beschließen, das Aussicht auf Erfolg hat. Damit wird sie – wie so oft – ihrer Aufgabe nicht gerecht. Das ist Wasser auf die Mühlen der AfD.

Hintergrund: Zahlen zum Lehrkräftemangel

Wer heute Lehrkräftemangel googelt, findet jede Menge plakativer Zahlen zum Lehrkräftemangel. In der Novemberausgabe der „E&W“ gibt es deutlich weniger Daten. Wieso? Wissen die Journalistinnen und Journalisten mehr als die GEW? Nein, denn gerade weil wir die Bildungsgewerkschaft sind, geben wir uns nicht mit einfachen Antworten zufrieden.

Katastrophe mit Ansage

Die Versorgung mit Lehrerinnen und Lehrern ist das Musterbeispiel eines jahrzehntelangen Planungsversagens zu Lasten der Kinder sowie der Pädagoginnen und Pädagogen. Wer den Blick in ein Lehrerzimmer in Deutschland wirft, findet selten eine gleichmäßige Altersmischung. In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren wurde im Westen kaum eingestellt, eine ganze Absolventengeneration wurde arbeitslos. Als dann ab Mitte der 1990er wieder mehr Lehrkräfte benötigt wurden, reagierten die meisten Länder erst einmal mit höherer Unterrichtsverpflichtung, statt vorausschauend einzustellen.

„Ohne Seiteneinsteiger würde Schule in Sachsen zusammenbrechen“

Sachsen verliert wie kaum ein anderes Bundesland gut ausgebildete Lehrkräfte, nicht zuletzt wegen der im Bundesvergleich schlechten Bezahlung. Rund 1.400 der 30.000 Lehrerinnen und Lehrer gehen derzeit jedes Jahr in den Ruhestand – und es fehlt an Nachwuchs. Die Folgen: Der Unterrichtsausfall steigt, die Klassen werden größer, Förder-, Ergänzungs- und Integrationsangebote leiden. Parallel wächst die Arbeitsbelastung in den Kollegien – und die unterschiedliche Bezahlung der angestellten Lehrkräfte nimmt zu.

Akuter Lehrkräftemangel in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg können 13 Prozent der offenen Lehrerstellen nicht besetzt werden. Die GEW macht die Sparpolitik der verschiedenen Landesregierungen dafür verantwortlich: Bis 2011 sorgten CDU und FDP nicht für einen Ausbau der Studienplätze für Grundschul- und Sonderpädagogik. Die bis 2016 amtierende grün-rote Regierung hielt bis kurz vor Ende der Legislaturperiode daran fest, bis 2020 11.602 Lehrerstellen streichen zu wollen.

Gerd Köhler wird fehlen

Der unerwartete Tod Gerd Köhlers hinterlässt in mir Trauer und Fassungslosigkeit. Fassungslosigkeit, weil wir noch vor wenigen Wochen heitere Stunden zusammen in Göttingen verbracht hatten. Gerd schien seine gesundheitlichen Belastungen gut im Griff zu haben. Und dann der Zusammenbruch an der Tankstelle, nahe Rostock, von dem er nicht wieder aufwachen sollte.