DGB: Makroökonomische Konferenz - Weltwirtschaft in Unordnung, Europa in der Krise, Herausforderungen für Deutschland

24.05.2017

Wirtschaftspolitische Konferenz anlässlich des fünfzehnjährigen Bestehens des Makroökonomischen Kreises des DGB

In der Weltwirtschaft herrscht Unruhe. Weltweit wächst eine globalisierungskritische Stimmung. Die zukünftige Rolle der Weltmacht USA ist nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten alles andere als klar. Trumps wirtschaftspolitische Ideen reichen von umfassenden nationalen Investitionsprogrammen über massive Steuersenkungen und Deregulierung der Finanzmärkte bis hin zu protektionistischer Abschottung des eigenen Marktes. Bereits die ersten Wochen nach der Präsidentschaftswahl brachten deutliche Wertverluste für die Währungen der Schwellenländer. Die dortige Kapitalflucht wird durch zu erwartende Zinserhöhungen der US-Notenbank möglicherweise weiter vorangetrieben. Maßnahmen der USA, um der Dollar-Aufwertung entgegenzuwirken, könnten in einen Abwertungswettlauf führen. Dies oder ein Handelskrieg würde nicht nur China neue, zusätzliche Probleme bringen, sondern auch Europa treffen.

Die Europäische Union, die sich von der Finanz- und Wirtschaftskrise nur langsam erholt, hat gleichzeitig ebenfalls mit nationalistischen Tendenzen zu kämpfen. Der voranschreitende Brexit und die Erfolge rechtspopulistischer Kräfte in vielen Ländern verheißen nichts Gutes für die Zukunft des wirtschaftlichen, sozialen und politischen Projekts Europa. Hinzu kommen ein zugespitzter Konflikt mit dem Nachbarland Türkei, nach wie vor fehlende interne Institutionen zur ökonomischen und sozialen Stabilisierung der Union und die weiterhin schlechte wirtschaftliche und soziale Lage in vielen Mitgliedsstaaten.

Deutschland erscheint vielen noch als wirtschaftliche Insel der Glückseligen: Die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde gut überwunden, die Arbeitslosenquote ist so niedrig und die Beschäftigung so hoch wie lange nicht mehr. Die Konjunktur läuft gut und auch die Löhne sind in den vergangenen Jahren wieder stabil gewachsen. Doch auch hierzulande wächst die Unzufriedenheit – über die gestiegene Einkommens- und Vermögensungleichheit, über prekäre Arbeitsverhältnisse und über den Investitionsstau, der die öffentliche Infrastruktur über Jahre verkommen lies. Gleichzeitig droht die stark exportorientierte deutsche Volkswirtschaft wie kaum ein anderes Land von den globalen und europäischen Entwicklungen betroffen
zu werden.

Welche Faktoren haben zu den aktuellen weltwirtschaftlichen Problemen geführt? Welche zukünftigen Entwicklungen sind zu erwarten? Wie muss die Wirtschaftspolitik jetzt darauf reagieren? Was muss Europa tun, um sich dauerhaft zu stabilisieren und erfolgreich und krisenfest zu machen? Und welche Rolle spielt Deutschland dabei?

Diese und weitere Fragen sollen auf der Konferenz mit Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland anlässlich des fünfzehnjährigen Bestehens des Makroökonomischen Kreises des DGB diskutiert werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) laden Sie hierzu sehr herzlich ein.

Mehr Infos zum Programm, Veranstaltungsort und Anmeldehinweise stehen hier zum Download zur Verfügung.

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
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Redaktion