Mehr Geld für Berliner Grundschullehrerinnen

Als erstes Bundesland ordnet Berlin seine Grundschullehrkräfte in die Besoldungsgruppe A13 beziehungsweise E13  ein und zahlt ihnen damit ab dem Schuljahr 2017/2018 mehr Geld. Das Abgeordnetenhaus verabschiedete am Donnerstag das entsprechende Gesetz zur Änderung des Landesbesoldungsgesetzes und des Lehrkräftebildungsgesetzes. Auch Konrektorinnen und Konrektoren werden ab dem 1. August 2017 besser gestellt.

Konkret wird für Lehrkräfte, die nach dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz ab August 2014 ausgebildet wurden, das neue Amt "Lehrkraft mit dem Lehramt an Grundschulen" in der Besoldungsgruppe A 13 geschaffen. Für sogenannte Bestandslehrkräfte soll es ebenfalls Möglichkeiten für den Wechsel in A13 geben. Die Ämter "Konrektor" und "Zweiter Konrektor" werden differenziert nach Laufbahnzweigen mit dem Einstiegsamt A12 und dem Einstiegsamt A13 jeweils einer höheren Besoldungsgruppe zugeordnet. 

Von der Höherbewertung der Grundschullehrkräfte mit dem Lehramt an Grundschulen profitieren den Angaben zufolge 385 Stellen im Haushaltsjahr 2017, bei den Konrektorinnen und Konrektoren sowie Zweiten Konrektorinnen und Zweiten Konrektoren sind es 390 Stellen.

GEW machte lange Druck für eine gerechtere Bezahlung

"Die Aufwertung der Lehrkräfte an Grundschulen mit einer Bezahlung nach A13/E13 ist überfällig", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe schon Anfang Juni bei einer Anhörung im Bildungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Die Höhergruppierung beende die laut Rechtsgutachten mittelbare Diskriminierung von Frauen, die an Grundschulen rund 90 Prozent der Lehrkräfte stellten. Die bessere Bezahlung sei zudem eine wichtige Maßnahme gegen den Lehrkräftemangel an Grundschulen.

Grundschullehrerinnen werden in fast allen Bundesländern bislang nach A12 bezahlt. ­Damit verdienen sie weniger als ihre Kolleginnen an anderen Schulformen, die meist nach A13 bezahlt werden. Mit der Initiative "JA13 – Weil Grundschullehrerinnen es verdienen" als Teil der Kampagne "Bildung. weiter denken!" macht die GEW seit Herbst 2016 Druck für eine gerechtere Bezahlung von Grundschullehrkräften. Auch der Gewerkschaftstag 2017 im Mai in Freiburg fasste einen Beschluss zum Thema.