RUB/IGM: Projekt Wissensbasierte Stadtentwicklung: Bochum 4.0

Die Entwicklung der industriellen Arbeitsplätze in der Region des mittleren Ruhrgebiets ist seit vielen Jahren negativ. Insbesondere nach der Schließung des Nokia-Werkes im Jahre 2008 sind annähernd 5000 Arbeitsplätze im Bereich der Metall- und Elektroindustrie in Bochum und Umgebung vernichtet worden. Der Abbau von Industriearbeitsplätzen wird durch die Schließung von Opel Bochum im Dezember 2014, dem angekündigten Ende des Edelstahlwerkes Outokumpo und der tiefen, krisenbedingten Restrukturierung von Thyssen-Krupp Stahl (u. a. Schließung der Traditionssparte Gleistechnik) in naher Zukunft drastisch voranschreiten. Zeitgleich mit dem Verlust industrieller Arbeitsplätze ist im Ruhrgebiet jedoch die dichteste Hochschullandschaft in ganz Europa entstanden, was nicht nur von hoher bildungspolitischer Bedeutung ist, sondern auch eine wichtige beschäftigungspolitische Komponente enthält. In Bochum verfügen die Ruhr-Universität und die sieben Fachhochschulen mittlerweile über 50.000 Studenten und stellen mit über 10.000 Beschäftigten die größten Arbeitgeber der Stadt dar.

Diesen Trend einer wissensbasierten Stadt- und Regionalentwicklung folgend ist zu konstatieren, dass die Zukunft der industriellen Arbeitsplätze mehr denn je von Wissenschaft, Bildung und Qualifikation abhängen wird. Die Schaffung neuer industrieller Arbeitsplätze wird zunehmend an die Hochschulen gekoppelt sein, die mit einem hohen Qualifikations- und Ausgründungspotenzial viele neue Arbeitsplätze in allen Qualifikationsbereichen schaffen werden. Aktuelle Prognosen gehen mittelfristig von 15.000 neuen industriellen Arbeitsplätzen in der Region um Bochum aus.

Die Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IGM ist in das Gestaltungsprojekt „Bochum 4.0“ – eine Arbeitsgruppe des Rektorates der Ruhr-Universität Bochum – zur wissensbasierten Stadtentwicklung eingebunden. Im Zentrum dieser Initiative steht das Konzept der „Worldfactory“. Hierbei handelt es sich um ein transdisziplinäres Ausbildungs- und Unternehmensgründungkonzept der Bochumer Hochschulen, der Wirtschaft, der Politik und der Verbände. In diesem Kontext ist die Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IGM Mitglied im Projektbeirat „Innovationscluster Produktionswirtschaft“ der IHK Mittleres Ruhrgebiet und der Wirtschaftsförderung der Stadt Bochum.

Informationen zum Projekt „Bochum 4.0“ können bei der Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB/IGM bei Manfred Wannöffel (Tel.: 0234/32-26899) erfragt werden.

Industriegewerkschaft Metall (IG Metall)
Bochum
Redaktion