Bildungsnews der GEW

Der Mindestlohn Weiterbildung steigt

Im Gegensatz zu allen bisherigen Abschlüssen wird der Mindestlohn im Bereich des pädagogischen Personals ab dem 1. Januar 2019 in zwei Stufen darstellt. Für die Zuordnung zu den Stufen 1 und 2 ist ausschließlich die Qualifikation der/des Beschäftigten ausschlaggebend. Diese Zuordnung nach Qualifikation erfolgt entsprechend der Vorgaben des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR*). Der Mindestlohn steigt in der Stufe eins (unter Niveau DQR 6) in den nächsten vier Jahren in vier Schritten um insgesamt 12,55 Prozent. In der Stufe zwei (ab Niveau DQR 6) um insgesamt 16,03 Prozent.

Wie eine Projektwoche eine ganze Schule verändern kann

Das Konzept, das Kerstin Vollmer gemeinsam mit Schulleiter Rainer Graef und ihren Kolleg/innen seit besagter Projektwoche entwickelt hat, trägt den etwas sperrigen Titel „Erfolgreiches Lernen in der Grundschule: Wertschätzender Umgang mit den Leistungen der Kinder im Rahmen individualisierter Lernprozesse“. Eckpfeiler des Konzepts ist zum einem die Orientierung für das Kind mittels individueller Lernziele und zum anderen die Leistungsrückmeldungen für die Eltern. Ziel ist es, mit dem Kind gemeinsam zu besprechen, wie es Dinge, die es noch nicht kann, am besten noch angehen kann.

Frauenrechte statt rechter Hetze

Sie schwenken Deutschlandfahnen und tragen weiße Holzkreuze – rund 300 Männer und Frauen, die am 9. Juni einem Aufruf der AfD zu einem sogenannten Frauenmarsch in Berlin folgten. In den ersten Reihen waren einige Frauen zu sehen, dahinter vor allem Männer. Auf ihrem Transparent hieß es: „Es reicht. Wir sind kein Freiwild. Nirgendwo.“ Mit Frauenrechten oder Feminismus hatte die Demo wenig zu tun. Sondern mit purem Rassismus.

Wie weiter mit Bologna?

Ironie der Geschichte: Vor fast genau 50 Jahren erschütterte der „Pariser Mai“ die französische Hauptstadt. Im Zuge der 68er-Revolte gingen erst Studierende, dann auch Arbeiterinnen und Arbeiter auf die Barrikaden – und stießen, wie auch Bewegungen in anderen Ländern, unter anderem eine Reform der verknöcherten Hochschulsysteme an. Im Mai 2018 saßen bei der Pariser Konferenz Studierende wie selbstverständlich mit am Tisch.

„Wir wollen keinen Rückschritt“

  • E&W: Der Berliner Senat hat seit 2005 flächendeckend den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Primarstufe, für Kinder von der Klasse 1 bis 6, eingeführt. Die Ganztagsgrundschule ist von sechs Uhr morgens bis 18 Uhr abends geöffnet – die außerunterrichtlichen Zeiten ergänzender Förderung und Betreuung decken Erzieherinnen ab. Welche Erfahrungen haben Sie bisher damit gemacht, Frau Senatorin?

Sandra Scheeres: Sehr positive. Das sehen wir an der großen Inanspruchnahme der Angebote im Ganztag (GT).

Eine Elf für bessere Chancen

Die Autobahn A 40 verläuft vom Niederrhein durch das komplette Ruhrgebiet nach Dortmund. Kurz zuvor, in Essen, geht sie mitten durch die Stadt. Hier ist sie zudem eine Demarkationslinie, die die Metropole in Nord und Süd trennt. Und in arm und reich. Seit 2011 haben die Bürgerinnen und Bürger der 580.000-Einwohner-Stadt es schwarz auf weiß. Damals erschien der Bildungsreport der Stadt Essen, der das krasse Missverhältnis zwischen den Lebensverhältnissen in Zahlen fasste: Im Süden machen mehr als 70 Prozent eines Schülerjahrgangs Abitur, im Norden nicht mal 30.

Erneut Tausende arbeitslose Lehrkräfte in den Sommerferien

Mit Beginn der Sommerferien sind wieder Tausende Lehrerinnen und Lehrer arbeitslos. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kultusministerien der Länder sind vor allem Vertretungslehrkräfte im Angestelltenverhältnis betroffen. Die Länder sparen dadurch Millionen ein. Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, kritisierte den Kurs der Länder. Vor allem zeige sich, „dass die südwestlichen Bundesländer wieder in den Sommerferien nicht zahlen, in jedem Fall nicht Baden-Württemberg, auch Rheinland-Pfalz nicht“.

Jenseits der Belastungsgrenze

Es war ein Mittwochmorgen im Oktober 2017, als Christin Siems der Kragen platzte. Mit ihren beiden Kindern stand sie in deren Kita in der Bremer Neustadt und hatte soeben erfahren, dass sie sie gleich wieder mit nach Hause nehmen durfte. Leider seien über Nacht drei weitere Erzieherinnen krank geworden, was bedeute, dass bis mindestens Freitag nur ein Notdienst für die allerdringendsten Fälle aufrechtzuerhalten sei.

Lehrkräfte auf dem Verschiebebahnhof

Auf einmal sprang einer der Erstklässler auf und rannte durch die Klasse; gleich mehrere Kinder folgten ihm. „Da wusste ich wirklich nicht, was ich machen sollte“, sagt Malte Feder, „nach der Stunde saß ich schweißgebadet im Lehrerzimmer.“ Dabei ist Feder, der seinen echten Namen nicht gedruckt lesen möchte, ausgebildeter Pädagoge. Doch seit einigen Monaten unterrichtet der niedersächsische Gymnasiallehrer drei Tage pro Woche an einer Grundschule.

Stiefkind Volkshochschule

Schaut man auf etablierte akademische Berufe wie den des Lehrers oder des Arztes, fällt auf: Der Treiber hinter deren Professionalisierung war der Staat – weil er ein zentrales Interesse an der Gesundheit und Ausbildung seiner Bürgerinnen und Bürger hat. Man sollte annehmen, dass er diese Rolle auch in der Weiterbildung erfüllt, zumindest dort, wo er als Träger oder Finanzier direkt Einfluss nehmen kann. An Bedeutung scheint es dieser ja nicht zu mangeln.