Bildungsnews der GEW

Neue Herausforderungen im Netz

In der Debatte um Sexting treffen zwei Welten, zwei Generationen aufeinander: junge Leute in ihrer digitalen Lebenswelt und die Generationen der um die 40- bis 60-jährigen, die diese Welt eher partiell nutzen. Es treffen unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Erwartungen aufeinander, auf der einen Seite das Ausprobieren der digitalen Möglichkeiten in ihrer ganzen Breite, auf der anderen Seite die Auswahl dessen, was zur „analogen“ Lebenswelt passt.

Bundesverfassungsgericht bestätigt Streikverbot für Beamte

Es bleibt dabei: Beamtinnen und Beamte dürfen nicht streiken. Das gilt auch weiterhin für verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer. Die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichtes haben heute, dem 12. Juni 2018, die Verfassungsbeschwerden der vier Lehrerinnen und Lehrer, die die GEW vertritt, zurückgewiesen. 

Mehr Macht für den Akkreditierungsrat

Bislang haben Akkreditierungsagenturen – Vereine oder Stiftungen, die auf Initiative von Hochschulen oder Bundesländern gegründet wurden – die Entscheidung darüber getroffen, welche Studiengänge ein Qualitätssiegel bekommen. Dies ist laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2016 jedoch verfassungswidrig: Wesentliche Entscheidungen zur Akkreditierung von Studiengängen dürfe „der Gesetzgeber nicht anderen Akteuren überlassen“, urteilten die Verfassungsrichter. Nach einer gesetzlichen Neuregelung liegt die Entscheidungsmacht seitdem beim Akkreditierungsrat der Länder.

Nicht mal auf Mindestlohnniveau

„Die GEW fordert alle Bundestagsabgeordneten auf, der Forderung nach Kürzung der Anwärterbezüge eine klare Absage zu erteilen. Die GEW betrachtet den Vorstoß des Bundesrates als einen unerhörten Angriff auf die materielle Existenz von Berufsanfängern.“ So schrieb es die GEW in einem Beschluss eines außerordentlichen Gewerkschaftstages im Oktober 1981. Kurz zuvor hatte die Bundesregierung für 1982 einen Haushaltsentwurf mit weitreichenden Einsparungen vorgelegt, den der Bundesrat mit Alternativvorschlägen konterte, von denen die Länderhaushalte stärker profitieren sollten.

Es geht nicht ums Raufen

An Grundschulen herrscht Lehrermangel. Die nicht gendergerechte Sprache ist ausnahmsweise korrekt: Viele Kinder erleben erst auf der weiterführenden Schule einen männlichen Pädagogen. An einigen Hochschulen – etwa in Hamburg und Hildesheim – sind deshalb Projekte entstanden, die um mehr Männer werben. An der Uni Bremen läuft seit 2012 das Projekt „Rent a Teacherman“ (Leih‘ dir einen Lehrer), das männliche Studierende an Grundschulen vermittelt; die Honorare der Hilfskräfte auf Zeit bezahlt die Bildungsverwaltung.

Neue Handreichung zur religiösen Vielfalt

  • E&W: Die Bildungsstätte Anne Frank hat mit „(K)eine Glaubensfrage“ eine Handreichung zum Umgang mit religiöser Vielfalt für Pädagoginnen und Pädagogen herausgegeben. Warum?

Saba-Nur Cheema: Wir haben festgestellt, dass Religion – oft in kulturalisierter Form – zunehmend Thema in pädagogischen Räumen wird. Angesichts dessen fühlen sich viele Pädagoginnen und Pädagogen unsicher; sie wissen nicht, wie sie mit religiösen Bedürfnissen und steigender Religiosität umgehen sollen.

DFB-Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Lukas Keuser ist Mitarbeiter des Fanprojekts in Trier. In seinem Alltag begleitet der Sozialpädagoge die Fans des in die Oberliga abgestürzten Traditionsvereins Eintracht Trier und organisiert Veranstaltungen zu Themen wie Rassismus oder Jugendkulturen. Keuser, der sich seit Jahren mit der Geschichte Trierer Juden beschäftigt, musste nicht lange überlegen, als er von der Ausschreibung der Kulturstiftung des DFB für eine Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim hörte.