DGB NRW: Hochschulräte ausgewogen besetzen!

Der DGB NRW spricht sich klar für die Beibehaltung des Hochschulrates als Beratungs- und Empfehlungsgremium aus. „Es wäre fatal, die Hochschulräte abzuschaffen“, erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, anlässlich des heute stattfindenden Sachverständigengespräches im Wissenschaftsausschuss. „Sie haben die unverzichtbare Aufgabe, Hochschulen bei ihrer strategischen Ausrichtung zu beraten und für den Austausch zwischen den Hochschulen und Gesellschaft zu sorgen.“

Allerdings seien viele Hochschulräte so zusammengesetzt, dass sie dem Anspruch nach gesellschaftlicher Pluralität und Ausgewogenheit nicht gerecht werden. „Weil es keinen festen Schlüssel zur Verteilung der Sitze gibt, dominieren zunehmend die Wirtschaft und ihre Verbände die Hochschulräte. Gleichzeitig fehlt es bisher an einer Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit und dem Parlament. Beides gefährdet die Freiheit der Hochschule massiv.“ Die Hochschulautonomie habe ihren Ursprung nicht in der Betriebswirtschaftslehre, so Meyer-Lauber weiter, sondern meint die Freiheit der Wissenschaft gegenüber Staat und Wirtschaft.

Um ihrem gesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden, müssten Hochschulräte aus verschiedenen gesellschaftlich relevanten Gruppen zusammengesetzt sein. „In den Hochschulrat gehören Gewerkschaften ebenso wie Spitzenverbände der Wirtschaft oder Vertreterinnen und Vertreter aus Kirchen, Kultur und Wissenschaft. Nur eine breite Beteiligung und eine Durchsetzung demokratischer Strukturen in der Hochschulverfassung gewährleisten eine freie Wissenschaft in sozialen und demokratischen Hochschulen.“

Das 30-Punkte-Positionspapier des DGB NRW zur Hochschulrechtsnovelle finden Sie zum Download auf unserer Webseite: https://nrw.dgb.de/presse

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Düsseldorf

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